Probezeit, Wartezeit, Befristung – drei verschiedene Dinge
Im Alltag wird alles „Probezeit" genannt – rechtlich sind es drei getrennte Mechanismen:
| Dauer | Wirkung | |
|---|---|---|
| Probezeit (§ 622 Abs. 3 BGB) | vereinbart, max. 6 Monate | verkürzte Kündigungsfrist: 2 Wochen taggenau |
| Wartezeit (§ 1 KSchG) | immer 6 Monate, läuft automatisch | erst danach greift der allgemeine Kündigungsschutz |
| Befristung zur Probe | vertraglich | Arbeitsverhältnis endet automatisch, keine Kündigung nötig |
- Ende der ProbezeitBeginn + vereinbarte Monate − 1 Tag. Beispiel: Beginn 1. März, 6 Monate → letzter Probetag 31. August.
- Kündigung noch „in" der ProbezeitDer Zugang muss bis zum letzten Probetag erfolgen – das Ende liegt dann 2 Wochen später, auch außerhalb der Probezeit.
- Nach der ProbezeitGrundfrist 4 Wochen zum 15./Monatsende; für den Arbeitgeber wächst die Frist mit den Betriebsjahren.
Häufige Fragen zur Probezeit
Wie lange darf die Probezeit maximal dauern?
Höchstens 6 Monate (§ 622 Abs. 3 BGB). Eine längere „Probezeit" im Vertrag ist nicht komplett unwirksam – aber die verkürzte 2-Wochen-Kündigungsfrist gilt nur in den ersten 6 Monaten. Bei befristeten Verträgen muss die Probezeit im Verhältnis zur Laufzeit stehen (§ 15 Abs. 3 TzBfG).
Kann mir am letzten Tag der Probezeit gekündigt werden?
Ja. Entscheidend ist der Zugang der Kündigung innerhalb der Probezeit – das Arbeitsverhältnis endet dann 2 Wochen später, also nach dem Probezeitende. Der Rechner zeigt dieses späteste Enddatum mit an.
Gilt in der Probezeit Kündigungsschutz?
Der allgemeine Kündigungsschutz nach dem KSchG greift erst nach 6 Monaten Wartezeit – die läuft parallel zur Probezeit. In der Probezeit braucht der Arbeitgeber keinen Kündigungsgrund. Sonderkündigungsschutz (Schwangerschaft, Schwerbehinderung) gilt aber von Anfang an.
Was gilt in der Ausbildung?
In der Berufsausbildung dauert die Probezeit 1 bis 4 Monate (§ 20 BBiG). Während dieser Zeit können beide Seiten ohne Frist und ohne Grund kündigen (§ 22 Abs. 1 BBiG) – danach ist die ordentliche Kündigung durch den Ausbildenden ausgeschlossen.